tracks & blauer dunst

by Gerald Fiebig

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1.
sciencefiction Dieses Sprechen über den Text eines Dritten war die Verbindung zwischen uns. Jetzt, in der Abgeschlossenheit der Nacht, sehe ich, daß es immer in dem ausgehöhlten Körper eines Dritten geschieht, wenn man zu sprechen anhebt. In einem fremden Text, in einem hohlen Körper, der sich mit neuem Verlangen füllt. Undine Gruenter, Fontaine de Médicis, 1989 seiendes fickt schön & um das was nicht seiend ist ist es nicht schade ist das was sie sagte ich habe es nicht verstanden wir trafen uns in einem garten die grillen so laut später werde ich sagen: wir trafen uns in ihrer alten wohnung für uns hat das wort 2raumwohnung eine ganz spezielle bedeutung: hier sind zwei räume zwei menschen die neben einander koexistieren wie zwei macht blöcke im kalten krieg unserer kindheit & am ende gingen wir auseinander & hatten einfach die zeit verstreichen lassen sie sagte nicht selbst auf ein phantom zu warten sei besser als alles andere martin heidegger hat übrigens erforscht wo das wort wohnen herkommt: vomin dog er man isch en stamm wen die silbe bedeutet gern haben lieben wir leben in einer 2raumwohnung im westen von mitte der westen west am besten aber gestell hat nichts mit ständer zu tun der grundzug des wohnens ist das lieben, schrieb byung-chul han über heidegger. das gefällt uns was sagt wohl hannah arendt dazu der grundriss des seienden fickt schön aber jetzt jetzt sähe sie plötzlich überall wartende sie ist an warten gewöhnt sie ist sich nicht einmal sicher ob es nicht überhaupt das beste ist was das leben zu bieten hat nothing special such as waiting rooms ticket lines silver bullet suicides messianic ocean tides when the messiah comes bite very hard sie ist bereits zu alt zum warten aber sie wartet & läuft sich die füße wund when the messiah comes bite very hard denn der messianismus ist in seinem ursprung & wesen & das kann gar nicht stark genug betont werden eine kata strophentheorie diese theorie betont das revo lutionäre umstürzlerische element ich bin die umstürzlerische liebe der gegensex von jeder historischen gegenwart zur messi anischen zukunft sie glaube die zeit zu entdecken heiße warten auf etwas das schon morgen geschehe oder übermorgen oder bald aber dieser projektion des besten im menschen auf seine zukunft wohnt die verführung zur aktion der auf ruf zum vollzug inne when the messiah comes bite very hard ou sinon je te renvoie à ta science-fiction nach Bdolf, Leonard Cohen, Einstürzende Neubauten, Richard Foreman, Serge Gainsbourg, Undine Gruenter, Gershom Scholem, 2raumwohnung
2.
schweizerdegen baby is just a four-letter word das kannst du in kapitälchen oder vers alien setzen aber nicht größer als neun punkt in helvetica oder univers denn der mensch lebt nicht von papier & content (luft & liebe) allein auch der werkdruck in unserer täglichen brotschrift muss sein bleisatz baby ich habe flattersatz in meinem rechtsbündigen herz zwischen meine zeilen zielt der durchschussschmerz ich bin ein armer schusterjunge ein verlorenes hurenkind warum berührst du mich nicht da wo meine tintenspuren sind tiefdruck baby dein name ist in brailleschrift tätowiert auf meine hauttitelseite mein text gefälscht nur du bist wahr in gänsehaut auf ganzer breite drum ist nur farbe auf dem laken wenn ich in deinem bett herumtolle bin eine zeitungsente wie sie im buch steht & total von der rolle offset baby
3.
schreischrift/zeichensprache: auf dem papier liegt der schatten brennender wälder gerodet vom blitz licht des kopierers der das fleisch der buchstaben tanzen lässt durch schnee in ihnen flackern stimmen ohne alphabet tintenstimmen die sich erheben wollen aus dem blattgewebe vögel amputiert sich klammernd ans blatt mit schnäbeln krallen klauen knochen zu brechen als schrift aus dem sprach losen wolfsrachen stimmen die sich verstümmeln zähne zerbeißen verschlusslaute reißen stücke aus zertrennten zungen bis diese die stimmritze aufgestemmt mit dem stift auf dem zettel sich zitternd als biss spuren stummer schriften abzeichnen: schreibschrift/leichensprache
4.
heimatroman: blauer dunst eine stimme im raum (trommel fell welle haut) kurzes erzittern mikrofon magnetspuren meine stimme im raum ich bin gegenwärtig in dem bier das ich getrunken habe im rauch der zigarette die ich geraucht habe (verflüchtigt): ohne rauch keine anwesenheit im zug zurückblickend auf das lichtnetz der stadt stadt die wege der kindheit: wege nervenbahnen nerven strom (ein kurzes aufflackern): ohne nerven keine nostalgie ohne atomstrom keine heimat
5.
raucherwelt 01:45
raucherwelt wir fuhren über den fluss durch die dunkler werdende luft: als eisblume in der hitzewelle erblühte der abend. das rauschen des verkehrs stahl uns die worte vom mund; das klappern meines schutzblechs als stimmfühlungslaut. wie ein schwarzer strom fließt der fluss durch mein herz, als wir ihn überqueren. die lichter der stadt wie insekten- stiche auf meiner netzhaut, deren gift süchtig macht. um nicht verlorenzugehen, krallen sich meine augen an deiner schwarzen weste fest, die batman-artig im wind weht. wir fahren dahin auf ihm & auf tieren zum reiten aus stahl. zwischen mediengesellschaft & industriezeitalter: rotgeklinkerte mauern, die geräusche umschließen. darüber spannt sich die falsche seite des himmels. drinnen umschließt der sound unsere körper wie unsere lungen den rauch. wenn wir ihn ausatmen, umschließen wir damit uns selber, umweht von unseren flüchtigen seelen: das pneuma, der rauch, der rausch, das rauchen, das rauschen in der stimme & dann das schweigen auf dem fernen ufer des abends. & immer ist es zwischen zwei schauern. Mondo Fumatore live im Gebäude 9, Köln-Deutz, 16. 08. 2001
6.
wein brand 01:42
wein brand im café saß sie & trank ein mineralwasser was er an ihrem tisch sitzen sah gefiel ihm er fragte „noch frei?“ bestellte ein spezi spezi fizierte alsbald seine ansprüche an be ziehungsarbeit sie trank eine cola kolla borieren könne sie mit seiner nüchterne n sicht der dinge man brachte sekt sekt iererisch dürfe man so er die liebe nicht be trachten wenn die illusionen ab sind absinth ist das gift der romantiker wohin soll die re ise gehen „paris?“ beim campari kam pari s schon nicht mehr in frage sie teilten tisch be tt ring betrinkt er sich mit whisky wie’s ki nd kommt sie entkorkte immer öfter tagsübe r eine flasche supermarkt-rotwein rot wein te sie sich die augen weil sie dass er eine andere hat mit der trinkt er weißwein weiß wein t sie immer dann eines tages „ich bin bi“ er bier aus dem kühlschrank holend will zu ihm zie hen sie trinkt bald auch schnaps „schnapps t du jetzt über nicht vor dem kind wodka“ wo’d ka rabiner hängen wusste sie holte einen & zie lte & schoss ihm das limonadenglas aus de r hand & schoss das magazin leer bei seven up ab serviert gab dem kind seine milch das haus zünde te sie an vorher trank sie einen letzten gin gin g aus der tür „vielleicht seh ich die dinge nicht nücht ern genug“ im rausch rausch te sie davon.
7.
leich 01:09
leich buona pulcella fut eulalia bel auret cors, bellezour anima voldrent lavintre li do enemi voldrent lafaire diaule servir ein französischer popsong aus den 80ern des neunten jahrhunderts. sein eulalia-sequenzersound prägte minnesänger-maxisingles jahrhundertelang. schriftlich erhalten & mit drum & bass aufgemischt: die post geht ab, die troubadours sind modern. & modern trotzdem. denn april ist der grausamste monat, er macht die nächte noch um eine stunde kürzer, grausame herrin, & danach kommt der monat mai & die sequenz geht von vorn los: die ehe, der postenschacher, das blumenumtopfen & das abzahlen der hypothek auf dem haus. dein heim ist seine burg & ich will sein lehen nicht haben. ich will dich. aber nicht euer leben dazu. doch auch ein minnesänger muss mal allein sein: ich fahr mit tram & bus vor die stadt & schlaf ein neben dem tagelied, das ich schrieb über dich, ô eulalia – nur leider ist das schon alles post mortem.
8.
track 02:27
track tape my head & mike my brain stick that needle in my vein die das blut absaugt & mich unter laserdruck mit einem balkencode betextet der meine GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT festschreibt i don’t need this shit bullshit informations kriege im fernsehen aknepixel auf der haut von VJ kyoko datenfern lichtgeblendet tamagotcha! die life styleredaktion schreibt als grünwald & jägermeister aus loch 5 auf golf kriegsschauplatz 451 um ihr leben & deutet uns den beat BSE AT & T den sie nicht versteht aus dem ersatzkaffeesatz ihrer telekomaktien i don’t need this shit auf meiner ANTWORTMASCHINEn sprache wie man sie auf der love parade lernt my defintion of dreck evol ution ist der still stand der bewegung im kalk platten laufen nur durch die revolutionen der nadel stick that needle in my brain & zerkratze den VERARBEITUNGSTEXT der REDAKTIONSTAMAGOTCHIS die GEBRAUCHSWERTABSCHÄTZUNG der KULTURSUBUNTERNEHMER die großmächtigen worte der deuter zeltplane unter der die jäger & sampler leise klagen meine lieder pitchen wir hoch in die nächste lautverschiebung unter strom ein elektrisches pidgin aus der sprache unsrer köpfe & der tiefen frequenz
9.
technics EKG 01:38
technics EKG mein kopf ist eine dubplate, die gescratcht wird mein herzrhythmus dreht sich um ein eisernes loch die mülltüten mit den widerständen platzen bunte leichenberge kriechen ins zimmer mein kopf ist eine dubplate voller samples bei jeder stimme, die ich höre, fällt mein kopf aus dem schuppen aus den bodybags platzt das gedärm der elektrik mein denken rotiert kiloschwer durch den raum mein kopf ist eine dubplate, die hochgepitcht wird eine luftdicht verpackte gitarre, mit der pinzette gespielt mein medium ist die herzmassage im wachsfigurenkabinett wo gehobelt wird, da fallen auch – herzsabotagen mein kopf ist eine dubplate, die remixt wird der bassboxer drückt die luft an die wand mein kopf ist eine dubplate, die gescratcht wird mein kopf stürzt sich in spänen auf mein herz mein herzrhythmus dreht sich um ein eisernes loch mein kopf ist eine dubplate & mein körper ein kill switch
10.
General Orange an mir vorbei brettert die musik durch den raum. ich schau über rote leuchtschlangen zum fenster hinaus. das geknister schickt mich in einen statischen traum. & plötzlich geht da draußen der kirchturm aus. im dunklen fenster spiegeln sich glühende birnen. ein knistern reflektiert das nächste. der beschlagene schall hängt im scheinwerferlicht & ist ebenfalls rot. in den hirnen & ohren sammeln sich wellen bis zum folgenden knall, der den nächsten track einleitet. der hat sein herz in der hand, der auf der schallwelle reitet, doch die sperrstunde spült ihn an land. die nacht hat der stadt neue formen bereitet, doch morgen bleibt davon nur sand.
11.
geschmacksverderber es heißt, der laden hier sei unheimlich cool ich frag mich nur, warum ich dann schwitz. hier steht auch was von FUN FOOD CANTINA. das stimmt: das essen ist wirklich ein witz. einen gibt es immer, der sich gegen so etwas sträubt: „jetzt hör auf, du bist doch noch nie drin gewesen.“ als wäre jemand, der texte wie diesen hier schreibt nicht blöd genug, nur das schild an der türe zu lesen. ich frage mich, warum sich in letzter zeit alles reimt. ich dachte, mit dem alter wird man eher abgefeimt oder wenigstens abgebrüht, aber eines ist fakt: dies ist keins von beiden, sondern nur abgeschmackt.
12.
blauer salon 01:00
blauer salon in den läden, wo wir früher spielten, werden jetzt pornofilme gezeigt. wir denken daran, wie wir uns fühlten, statt dass man denen die meinung geigt. „das ist die letzte nacht, bevor wir schließen.“ als sei das eine rechtfertigung. wir möchten gern auf den veranstalter schießen & fühln uns wie auf unsrer beerdigung. projektionen aufgeblasener titten machen schlechte musik nicht geil: ein schlechter burger wird nicht besser durch eine pappschachtel voller fritten. welches publikum sucht denn sein heil in solchen läden? gib mir das messer.
13.
aber was bedeutet dieser dreck schon www.mathiashuber.de/jesusjackson eine band gibt es immer. diesmal heißt sie anajo. das publikum ist jung. ich bin schon fast dreißig. ich lese nur dung. doch zur musik tanzen fleißig die freunde der band. aber das mit karacho. popmusik hat mein leben verändert. man gewinnt dadurch sicher, es fragt sich nur, was. freundinnen in leder, mit digitalkameras, die augen am sucher, die lippen gerändert. martin neben mir nennt das »diskursfreie schönheit«. ich schnorre von ihm zigaretten & stöhn. breit bin ich schon seit gut einer stunde. popmusik hat meiner psyche geschadet. nicht immer kann man wählen, wer einen begnadet. ich kann nicht singen & geh vor die hunde.
14.
hausmusik 01:20
hausmusik Du holde Kunst, in wieviel grauen Stunden, Wo mich des Lebens wilder Kreis umstrickt, Hast du mein Herz zu warmer Lieb entzunden, Hast mich in eine beßre Welt entrückt! [...] Oft hat ein Seufzer, deiner Harf’ entflossen, [...] Den Himmel beßrer Zeiten mir erschlossen Franz Schubert/Franz von Schober, An die Musik, 1817 die sandgestrahlten gitarren verstummen die hitzewelle verwandelt sich in sandsturm die orgeln & stimmen verdummen der staub senkt sich auf den marshallturm auf dem durchnässten balkon stehn wir & rauchen im regen verrauschen alle töne, die wir brauchen lammleber sis kebab draußen stehen weiße hemden es ist kein weiter weg von chris rea zu bob dylan schwarze krawatten wir sind hier nicht in camden & das bisschen, was man isst, kann den hunger nicht stillen doch die türsteher sehen aus wie hilfspolizisten die einen rauchen, andere lesen nährstofflisten alle studios der welt im selben moment abschalten bulimie, erbrechen & körperwahrnehmungsstörung allen paaren gleichzeitig den orgasmus freischalten findet statt in den studios von köln bis unterföhring alle mörder auf der welt am abdrücken hindern allen die rauch sind den lungenkrebs lindern
15.
infinite justice Love will get you like a case of anthrax And that’s something I don’t want to catch Gang of Four, Anthrax, 1979 sonntagabend: bevor noch die ersten bomben fallen, tritt die verdunklung ins leben. rolläden & herzklappen werden geschlossen. in den straßen & in der leber steigt die flut. das foto von dir & die stimmen aus dem nachtfunk gerinnen zu erinnerungen, sobald ich sie wahrnehme. ich wage nur noch zu fühlen, als seien alle schon tot in meinem kalten zimmer: das gas, das in meinem ofen nicht brennt; das gas, das anderswo menschen erstickt. ich hab getrunken, geraucht & gebetet & mich nach dir gesehnt, wer immer du bist (eine erinnerung auf einem foto, freigegeben von der luft- aufsichtsbehörde), & schäme mich dafür, weil anderswo bald allem atem, jedem wunsch & jeder sehnsucht der garaus gemacht wird. the personal is political. aber bomben. aber feuer. das gas. & das glaubst du doch selbst nicht: dass raum bleibt für sehnsucht, bevor wir alle zum letzten foto erstarren, das die außerirdischen finden.
16.
stellenbeschreibung es ist eine ordnung aus seattle auf deinem schreibtisch es ist eine ordnung aus dem pentagon in deiner post & du bist es nicht dem das ammoniak die hand abfrisst wenn du den text formatierst es ist der drucker in china. es ist kein tanz es ist eine ordnung aus seattle & münchen in deiner sprache die sagt ALLES LIEBE wenn du sagen willst ALLES HASS. es ist kein tanz. es ist ein gitter aus abtaststrahlen in deinem kopf deinen ohren ein gitter aus allen studios der welt es ist ein gitter aus wohlklang es liegt eine CD aus cuba in deinem player mach dir nichts vor der straßenstrich in havanna ist nicht anders als der in taipeh wo das CD-presswerk steht. mach dir nichts vor. es ist eine ordnung aus seattle in deinem kopf das blaue leuchten des bildschirms in deinen ideen. es sieht jeder was ist nicht an sich selbst. du denkst tüchtig nach. pädagogisch. wertvoll. blutig tüchtig. innovativ. kreativ. phantasievoll. tüchtig blutig. der teppich der deine schritte dämpft wenn du mit einer tasse ausgebeuteter anregung von kinderhänden gepflückt ZARTES AROMA in dein büro schleichst ist von kindern geknüpft. es ist eine weißgeflieste ordnung in daressalam kuala lumpur in dhaka karatchi. kreativ geknüpft auf deinem gläsernen bildschirm eine sprache aus plastik. mach dir nichts vor. das glaubst du doch selbst nicht. auf deinem bildschirm aus plastik eine gläserne sprache. der glaubst du doch selbst nicht. ruckediguh. blut ist in der gläsernen hülse des wortstiefels den du vor die wand fährst. ruckediguh ich & du müllers esel legt goldene eier aufs konto. magenta & gelb vor neid. das glaubst du doch selbst nicht. nur nicht cyanisch werden. alles tüchtig blutig. alter schwarzfilmseher. & tippst immer weiter drauf los & schlägst auf die maus ein deine neueste idee Mauseklick – Der Kinderspaß das pappbilderbuch mit der plastikverstärkung Interaktive Früherziehung eine computermaus ohne computer zum klicken da fahren wir ein in den karpaltunnel dem muttermund kaum entronnen. wir zwei. wir 20 jahre zur schule geschickt. ihr zweijährig & zielgruppe zielscheibe. wir 20 jahre zur schule geschickt & jetzt blutig tüchtig. es ist kein tanz. tüchtig blutig. wir sind die pest. mach dir nichts vor klugscheißerchen da brauchst du dir keine aktien zu kaufen mit deinem transnationalen arbeitsplatz wohin kommen wir zwischen kreativdivision & krüppelkindern in fernost die plastikmäuse zusammenschrauben für ein tausendstel deines stundenlohns wohin kommen wir wir wollen frei atmen die plastikmäuse aus deinem kopf Mauseklick damit die weißen kinder auch gegen tote neger schon nach zwei jahren leben so kaputt sind wie du selber nach 20 jahren schule. wohin kommen wir wenn es ist kein tanz ist eine ordnung aus nullen und einsen in deinem kopf in hongkong in hanoi in havanna wohin kommen wir wenn einer von uns es ist eine inkontinenz das nicht aushält wir sind die pest aus kreativdivision und trikont & so und so kriminell wenn du hingehst & dich verkaufst aus der das blut herausläuft. & das tut jeder. oder er lügt. nach Christian Geissler, Das Brot mit der Feile, 1973 / Christian Geissler (k), wir erklären die feindschaft, 1992 / Christian Geissler (k), Wildwechsel mit Gleisanschluß, 1996 / Christian Geissler (k), ein kind essen, 2001
17.
NUCLEAR FAMILY FAILS TO EXPLODE Die volle Freiheit der Eheschließung kann also erst dann allgemein durchgeführt werden, wenn die Beseitigung der kapitalistischen Produktion und der durch sie geschaffnen Eigentumsverhältnisse alle die ökonomischen Nebenrücksichten entfernt hat, die jetzt noch einen so mächtigen Einfluß auf die Gattenwahl ausüben. Dann bleibt eben kein andres Motiv mehr als die gegenseitige Zuneigung. Friedrich Engels, Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats, 1884 In einer liberalen Ideologie, versteht sich. Michel Houellebecq, Letztes Bollwerk gegen den Liberalismus, 1996 dieses bett ist zu klein für zwei & für zweifel ist mehr platz als genug. auf einer matratze, zwei häute, zwei felle gehörn der katz, sind selbstbetrug. folie à deux, ménage à trois, bedeck deine brüste. gustave bovary ist tot & im text wächst die wüste. das glück ist ein neuer begriff in europa, schrieb saint-just. drum mach das excel auf & druck mir ein neues kostengerüst. passanten, paare. konsumenten, demonstranten. monstranzen, hydranten. quanten, avatare. wir haben den genozid aus der börse & den agenturen in die schlafzimmer getragen. achilles sticht die nadel in die ferse & die auguren in den boardrooms tagen. jeden tag kommst du in einem anderen hotel. die körper sind aus schaumstoff & das licht ist so grell. das fleisch ist willig & wie der schall so schnell. ohne filofaxsex funktioniert kein bordell. passanten, paare. konsumenten, demonstranten. monstranzen, hydranten. quanten, avatare. nach a034 the insider, la trentaquattresima spirale

about

Dieses Album erschien erstmals 2002 als CD-R auf Elfenart Rec. (www.elfenart.de).

Das Samplen und/oder Vertonen der Texte auf diesem Album ist ausdrücklich erwünscht. Einige Bearbeitungen finden sich auf dem Album Gerald Fiebig remixed: "geräuschpegel" (gebrauchtemusik.bandcamp.com/album/ger-uschpegel)

credits

released January 1, 2002

Texte, Stimme, Aufnahme: Gerald Fiebig
Covergestaltung: Mathias Huber

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Some rights reserved. Please refer to individual track pages for license info.

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gebrauchtemusik Augsburg, Germany

Label für Homerecording und Geräuschpop

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